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Mehr Stauraum schaffen: Der große Traum von mehr Platz und warum dich dieser nicht unbedingt glücklich macht.

By Oktober 14, 2016 September 1st, 2018 2 Kommentare
stauraum

Träumst du auch von mehr Stauraum? Von den unglaublich tollen begehbaren Kleiderschränken, den unbegrenzten Abstellräumen, großen Vorzimmern und den Wundermöbeln, die scheinbar alles ordentlich machen? Wunderbar, denn du bist nicht allein. Wir alle (und ich ertappe mich auch immer wieder dabei) träumen doch davon. Ja, wir träumen vom „unsichtbaren“ Stauraum und von „Aus dem Blick und aus dem Sinn“-Lösungen für alltägliche Dinge, die wir nicht ständig sehen wollen. Doch irgendwie funktioniert es nicht, sonst wären ja alle Probleme nach dem letzten Kauf eines neuen Schrankes gelöst. Sind sie das?

Schauen wir uns das Thema und die Lösungen also genauer an. Ich möchte deinen Blickwinkel ändern, damit du deine wahren Herausforderungen lösen kannst. Deine Räume unterstützen dich dabei. Also los geht´s.

Ja, du bist nicht allein mit dem Traum von mehr Stauraum, denn so oft höre ich bei meinem Beratungen auf die Frage: Wovon träumst du? Mehr Stauraum! Manchmal frag ich dann nach: „Nein, ich mein jetzt die wirklich großen Lebensträume. Wohin soll die Reise gehen?“ Ja, mehr Stauraum, denn dann wären alle Probleme gelöst. Mehr Stauraum, dann könnte ich endlich mein Business angehen, mehr Zeit für mich haben, Zeit für die Beziehung, Sport machen, endlich glücklich sein  – die Liste ist endlos. Mehr Stauraum = die Lösung aller Probleme? Ist es wirklich so? Nein, glaub mir.

Brauchst du wirklich mehr Stauraum oder mehr Ordnung?

Mehr Stauraum löst vielleicht kurzfristig ein Symptom, aber sicher nicht die Ursache – ganz im Gegenteil. Das Thema dahinter ist nämlich nicht der fehlende Stauraum, sondern die fehlende Ordnung, die dich „unrund“ macht. Eventuell zeigt dir da der Raum noch ein paar andere Schwachpunkte auf: optimierungsbedürftiges Zeitmanagement, zu wenig Geld, zu wenig Wertschätzung für die eigenen Dinge, Herausforderungen beim Loslassen oder – der absolute Klassiker – Streit mit den lieben Mitbewohnern. Was ist es bei dir, woran erinnert dich der Traum vom Stauraum? Nimm mal nur wahr und sag danke zu deinen Räumen. Sie sagen dir: Da gibt´s was zu lösen.

Und eine Lösung gibt es, denn immerhin sind da draußen Menschen (ich kenne sie), die auf 70m² erfolgreich und glücklich als 4-köpfige Familie leben. Andere wiederum haben 200m² (und ein Wochenendhaus) und sind noch immer im Stauraumstress. Wieder andere ziehen von  60m² auf 160m² und die gesamte Einrichtungsplanung hat nur ein Thema: Stauraum! Wo findest du dich hier? Und wie ist jetzt die Lösung?

Der Klassiker:

Die Ausgangslage: zu wenig Platz und ab in das große Möbelhaus in blau/gelb. Ein neuer Schrank muss her! Die alte Serie ist ausgelaufen und der neue passt eigentlich gar nicht mehr wirklich dazu, steht schon halb vor der Türe (also so wirklich Unordnung). Und dann ist er da und halb voll und das Problem ist nur noch größer geworden.

Oder übertreiben wir mal.

Stell dir vor, ab morgen hast du 160m² mehr Stauraum. Einfach so, mit wunderbaren Schränken – ganz unsichtbar und absolut traumhaft wie aus den Hollywoodfilmen. Werden dann wirklich alle Schuhe aus dem Vorraum verschwinden, das schmutzige Geschirr abgewaschen, die Buchhaltung rechtzeitig gemacht, die Zeitungsstapel durchsortiert sein? Nein, du wirst noch mehr Zeit brauchen, um Geld zu verdienen, damit du dir den Stauraum leisten kannst.

Du wirst Zeit brauchen (oder noch mehr Geld), um die Fläche sauber zu halten.

Du wirst noch mehr Ballast ansammeln können, der dir vielleicht gar nicht gut tut.

Du wirst noch mehr mit deinem Partner und deinen Kindern streiten (immerhin müssen die ja auch ihre Schuhe in diesen 160m² Schrank feinsäuberlich verstauen).

Du wirst weitere Wege gehen müssen (rechne nur mal kurz aus – km für deinen Stauraum/Jahr). Du wirst möglicherweise noch mehr deine „Herausforderungen“ erkennen, weil auch deine Schuhe nicht von Zauberhand hineinwandern.

Also nicht wirklich die Lösung!? Ich meine, Stau ist ja nicht unbedingt das Tollste. Erinnere dich an den letzten Stau am Weg zur Arbeit oder in den Urlaub. Bei uns in Wien ist die Süd-Ost-Tangente der Inbegriff von Stau und ja, ich vermeide sie, wenn es geht. Manchmal muss ich einen Umweg nehmen und manchmal auch ganz einen anderen Weg einschlagen, um das Gefühl von Stau zu vermeiden. Oder ich nehme ihn ganz bewusst auf mich, weil das Ziel so toll ist und gehe davon aus, dass es nicht ewig dauern wird.

Der Ordnungscheck

Brauchst du mehr Stauraum oder den Mut, dich zu entscheiden?

Wie machst du das in deinem Zuhause? Gehst du manchmal Umwege, andere Wege oder nimmst du ihn immer auf dich. Ist Stau bei dir wirklich kurzfristig für die Sonderfälle. Macht dir mehr Stauraum das Leben wirklich leichter und dich so wirklich glücklich? Oft ist es das Gegenteil. Daheim ist es oft gar kein Stau, sondern ein absolutes Abstellgleis. Der auf der Straße hat ja noch einen Vorteil – irgendwann ist er vorbei! In den Räumen ist es oft anders, denn der Stau im Abstellraum ist nicht für „Spitzenzeiten“ – der ist 24/7. Also, eher Abstellgleis statt Stauraum. Willst du wirklich am Abstellgleis stehen?

Wie kannst du jetzt loslegen? Nein, nicht nur aussortieren, optimieren und 100% Konzentration genau darauf. Starte mit einem neuen Blickwinkel.

  1. Wechsle deine Perspektive und lege noch heute deine Aufmerksamkeit auf die staufreien Zonen in deinem Zuhause, auf die schönen Dinge. Gönn dir etwas. Dazu findest du viele Anregungen in diesem Artikel (und anderen auf der Seite) oder auch in meiner I LOVE MY HOME-Community.
  2. Du willst noch mehr Lösungen? Zuerst eine Frage von mir: Hast du Punkt 1 wirklich 100% gemacht? Wenn nicht, dann brauchst du gar nicht weiter zu lesen. Tu dir wirklich etwas Gutes! Stärke dich selbst und die Ordnung ist kein Thema mehr.
  3. Was ist dein großes Ziel? Mach es im Raum sichtbar. Wie soll es aussehen? Hol dir zum Beispiel ein wunderbares Bild aus „Schöner Wohnen“ in deine Räume. Was sind deine anderen Lebensträume? Bring sie in den Raum.
  4. Sorge für die Ordnung, die du dir wünschst auf 1 m² deiner Räume. Denn du wirst nicht (auch mit noch so viel Stauraum) ordentlich über Nacht. Am besten in einem Bereich, der im ersten Blick (Vorzimmer) oder in einem wichtigen Raum ist (Schlafzimmer). Starte dort und lass es dir dort gut gehen. Hier keine Kompromisse eingehen, wenn es darum geht, jeden Abend vor dem Schlafengehen, Ordnung hineinzubringen. Der erste Schritt zum Ziel.
  5. Bestandsaufnahme in Sachen Stauraum – einfach so, ohne Wertung. Was ist wirklich vorhanden? Wieviel Platz braucht was und wer? Was könntest du theoretisch loslassen? Ein Regalfach mit 30 cm Luftraum über den Dingen ist „genug“ Stauraum. Du brauchst nur ein Regalbrett dazwischen zu montieren.
  6. Sorge für Ordnung deiner Möbel und bei deiner Dekoration. Wenn du an so ein Hochglanzwohnzimmer denkst, mit ganz vielen klaren Linien, wenig Dekoration. Dort ist es viel einfacher, Ordnung zu halten. Genau darum ist der x-te Schrank, der gar nicht passt, so kontraproduktiv. Je mehr Ordnung du in den Möbeln und an den Wänden hast, desto leichter wird es. Probiere mal aus, alles von den Wänden weg für 1 Monat. Was tut sich?
  7. Und dann plane den neuen Stauraum (wirklich erst dann). Gönn dir bewusst etwas Passendes, das dir Freude macht und 100% flexibel ist. Stauraum muss funktionieren. Übrigens, frag doch deine Freunde, die Ordnung lieben, wie sie das schaffen.
  8. Vergiss die Dekoration im Stauraum nicht. Es muss Freude machen, hineinzuschauen. Warum nicht auch dort die Bilder vom wunderbaren Urlaub am Meer aufhängen?
  9. Und sorge zu guter Letzt dafür, dass es wirklich ein Stauraum ist und nicht ein Abstellgleis. Ein Abstellraum heißt so, weil du dort etwas abstellen kannst, wenn mal rasch Ordnung sein muss, du keine Zeit hast. Er heißt nicht so, weil man die Tür nicht mal mehr aufbekommt.
Der Ordnungscheck

Der Traum vom Stauraum heißt also in Wirklichkeit: Schaffe Leerraum, wo sich für den Notfall (wie auf der Straße), wenn etwas staut, vorübergehend etwas untergebracht werden kann, aber dann, wenn die Extremsituation vorbei ist, wieder alles fließt.

Und wenn du jetzt zurück in deine Räume gehst, dann tu es mit diesem Blick: Liebe dein Zuhause & du liebst dich selbst. Damit kannst du in Zukunft von deinen wahren Zielen träumen – nicht von Abstellräumen, Kleiderschränken und Vorzimmerregalen. Was sind deine wahren Ziele?

Alles Liebe in deinem Raum für Glück und Erfolg,
Maria

PS: Denk mal nach. Deine Freunde, Bekannten, deine Familie … haben die auch schon von mehr Stauraum geträumt, anstatt von mehr Leben? Erzähle ihnen von dem Artikel, leite ihn weiter – so ermöglichst du auch ihnen, von den wahren Zielen zu träumen.

P.P.S. Bist du schon in meiner Facebook-Gruppe „Glückliches Zuhause“?

 

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